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Zur Sonne, zur Freiheit!

Ausgangslage

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Energieerzeugung in Deutschland steigt stetig und hat im vergangenen Jahr erstmals die Schwelle von 50 Prozent überschritten. Trotzdem bleibt noch viel Arbeit, um die Energie- und Klimaziele der Bundesregierung zu erfüllen. Bis 2030 sollen 80 Prozent des Bruttostromverbrauches aus erneuerbaren Quellen stammen. Die erneuerbar erzeugte Strommenge muss sich daher nach derzeitigen Berechnungen mehr als verdoppeln - auf 600 Terawattstunden. Durch die zunehmende Elektrifizierung des Wärmesektors und des Verkehrs steigt nämlich auch die insgesamt benötigte Energiemenge. Laut eines aktuellen Positionspapiers des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und Deloitte sind hierfür Investitionen in Höhe von rund 600 Milliarden Euro notwendig, wovon alleine 351 Milliarden Euro auf die Energieerzeugung entfallen.

Herausforderungen

Diese gewaltige Investitionssumme erfordert das Mitwirken zahlreicher Akteure. Klar ist, dass der Staat eine wichtige Aufgabe spielt und etwa durch Investitionsprämien, Steuererleichterungen und vor allem Bürokratieabbau förderliche Rahmenbedingungen schaffen muss. Klar ist aber ebenso, dass private Initiative und Kapital unabdingbar sind, um diese Aufgabe zu bewältigen. Klimaschutz wird nur dann funktionieren, wenn es auch ein profitables Geschäftsmodell wird!

Anders als früher wird der Strom nun nicht mehr ausschließlich von großen Betreibern erzeugt. Zwar sind Großprojekte wie Offshore-Windparks mit Investitionsvolumen in Milliardenhöhe, ein essenzieller Bestandteil der Transformation des Energiesektors. Diese werden oft von großen institutionellen Anlegern mit langem Anlagehorizont, wie etwa Versicherungen oder Pensionsfonds, mitfinanziert. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die dezentrale Energieerzeugung durch eine Vielzahl "fachfremder" Akteure. Neben Kleinstanlagen auf Hausdächern oder Balkonen, betrieben von Privatpersonen, ist auch der Markt für gewerbliche Produzenten kleiner und mittlerer Größe in Bewegung. Von Solaranlagen auf Freiflächen, Hochhausdächern oder gewerblichen Objekten bis hin zu Mini-Windkraftwerken auf exponierten Standorten wie Skiliften oder Hochhäusern sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt - unzählige Akteure können so zu Stromerzeugern werden und damit zur Energiewende beitragen.

Nicht zuletzt die hohen Strompreise machen die Eigenproduktion von Strom deutlich attraktiver. Um die Finanzierung einer Windkraft- oder Photovoltaikanlage zum Erfolg zu führen, gilt es jedoch, einige Besonderheiten zu beachten.

Zum einen sind die Amortisationszeiträume solcher Anlagen oftmals sehr lang. Einspeisevergütungen sind auf eine Dauer von 20 Jahren festgelegt. Zudem ist der Bereich sehr stark reguliert. Es gilt, zahlreiche steuerliche und rechtliche Fallstricke zu beachten, die sich nach der Kapazität der zu geplanten Anlage sowie der Art der Nutzung richten. So gelten etwa besondere Regelungen für Betreiber von Immobilien, wenn der erzeugte Strom an die Mieter abgegeben wird - der sogenannte Mieterstrom. Auch für landwirtschaftlich genutzte Flächen, die zur Stromerzeugung genutzt werden sollen, gelten verschiedene Regeln, je nachdem, wie die Fläche ausgewiesen ist.

Auch das Kostenumfeld ist komplex. So kommen der Lage und Beschaffenheit der Fläche, die für die Energieproduktion genutzt werden soll, überragende Bedeutung zu. Wie groß ist die Fläche, wie oft scheint dort die Sonne oder wie oft weht der Wind, aus welcher Himmelsrichtung und mit welcher Ausbeute? All diese Faktoren, ebenso wie Einspeisevergütungen, Energiepreise und Lebensdauer der Anlage, wirken sich letztlich auch auf den Finanzierungsbedarf aus. Passgenaue Lösungen sind daher vonnöten.

Finanzierungslösungen

Die Finanzierung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien basiert in der Regel auf den Cash Flows aus den Einspeisevergütungen. Zins und Tilgung der Projektfinanzierungen werden daraus während der Betriebsphase bestritten. Der Großteil der Finanzierungsmittel ist allerdings schon zuvor in der Bauphase für die Konzeption und Erstellung der Anlagen und deren Betriebsstart fällig. Daraus ergeben sich für die Finanzierungsgeber Risiken, die sie durch die Einbindung von Betreibern, Lieferanten und Abnehmern auszubalancieren versuchen. 

Die resultierende Komplexität in der vertraglichen Ausgestaltung, die typischerweise langen Finanzierungszeiträume und die sinnvolle Einbindung der verschiedenen verfügbaren öffentlicher Förderprogramme machen die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien aktuell noch zu einer Domäne einiger hierauf spezialisierter Banken oder Leasinggeber und ihrer Deal Teams. 

Der Erfolg der Energiewende wird letztlich auch davon abhängen, dass neben Großanlagen auch kleinere und mittlere, in der Nähe von Verbrauchern angesiedelte Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien entstehen und sich das hierfür notwendige, kleinteiligere Kapital effizient mobilisieren lässt. Für die Gewinnung zusätzlicher institutioneller, aber auch privater Investorengruppen wären eine stärkere Standardisierung von Finanzierungsprodukten und -prozessen, aber auch weitere Ansätze für die Allokation von Cash Flows und Risiken in den einzelnen Projektphasen erforderlich. Erste Pilotprojekte zum Beispiel im Crowdinvestment für die Bauphase von kleineren Anlagen werden schon getestet.  

Wir bei hypcloud registrieren bereits seit geraumer Zeit ein gesteigertes Interesse an der Finanzierung solcher Anlagen - sowohl seitens der angehenden Stromproduzenten, die auf uns zukommen, als auch seitens der Kreditgeber in unserem Netzwerk, die eine solche Finanzierung begleiten wollen. Sprechen Sie uns gern an.